St. Josefs-Hospital Lennestadt erweitert Versorgung von Schul- und Arbeitsunfällen
Verantwortliche stellen neues Konzept vor
Das St. Josefs-Hospital Lennestadt verbessert die Notfallversorgung für Beschäftigte und Schüler: Künftig können auch außerhalb der regulären Sprechzeiten der Durchgangsarztpraxis leichte bis mittelschwere Arbeits- und Schulunfälle behandelt werden – rund um die Uhr. Die neue Versorgungsmöglichkeit wurde jetzt im Rahmen einer digitalen Informationsveranstaltung Vertretern der heimischen Industrie und der Kommunen vorgestellt.
Bereits bei der gut besuchten Informationsveranstaltung „Gesundheitsregion Lennestadt – eine Aufgabe für alle“ im Mai in den Räumen der Gustav Hensel GmbH & Co. KG war deutlich geworden, wie wichtig die Versorgung bei Schul- und Arbeitsunfällen im Ostkreis ist. Immerhin gibt es rund um Hundem und Lenne nicht nur mehr als 20 Schulen, die Region beherbergt auch einige Weltmarktführer in der Industrie. Nun der nächste Schritt, denn der Arbeitskreis, der sich in den vergangenen Wochen dem Thema „Unfallversorgung“ gewidmet hat, präsentierte seine Ergebnisse.
In einer Zoom-Konferenz stellten jetzt Dr. med. Martin Schäfer, geschäftsführender Oberarzt der Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie, und Dr. med. Mathias Danz, Chefarzt des Instituts für Anästhesie, Notfall-, Intensiv- und Palliativmedizin, die Erweiterung der Versorgung von Arbeits- und Schulunfällen im St. Josefs-Hospital Lennestadt, Standort der GFO Kliniken Südwestfalen, vor. Hintergrund ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Landesverband NRW der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), der die Umsetzung unterstützt. Für Thorsten Schmitt, Geschäftsstellenleiter der DGUV in Düsseldorf, eine Selbstverständlichkeit: „Wir unterstützen das Vorhaben sehr gern. Gerade im ländlichen Raum mit einer hohen Industriedichte ist die schnelle und ortsnahe Versorgung von Arbeitsunfällen unerlässlich.“ Außerhalb der Sprechstunden des Durchgangsarztes können Arbeits- und Schulunfälle künftig im Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin (ZNI) versorgt werden.
„Wir sind sehr froh, dass wir uns mit der BG so schnell und unkompliziert einigen konnten. Ich halte das ZNI für eine zukunftsträchtige Einrichtung“, erklärte Dr. Schäfer während der Veranstaltung. Besonders für Unternehmen, Schulen und Bildungsträger in der Region sei dies ein wichtiger Schritt hin zu mehr Versorgungssicherheit. „Wir sehen uns als Gesundheitsdienstleister für die Region“, so Dr. Schäfer weiter. Er ging auch auf die nicht immer einfache Definition des Begriffs „Arbeitsunfall“ ein. Seine klare Botschaft: „Man kann nicht erwarten, dass jemand, der einen Unfall am Arbeitsplatz hat, genau weiß, ob das ein Arbeitsunfall per Definition ist oder nicht. Daher kommen Sie im Zweifel einfach zu uns. Wir kümmern uns dann um alles.“
Laut Dr. Danz sei das St. Josefs-Hospital durch die bereits vorhandene Notfall- und Intensivstruktur gut aufgestellt, um die Versorgung auch außerhalb der D-Arzt-Sprechzeiten durch qualifiziertes Personal zu gewährleisten. Er betonte: „Die Praxis hat bewiesen, dass die Notfallmediziner im ZNI in der Lage sind, Arbeits- und Schulunfälle zu versorgen.“
Für Betriebe, Schulen und öffentliche Einrichtungen bedeutet die neue Regelung eine deutliche Verbesserung in der Verfügbarkeit unfallmedizinischer Versorgung – insbesondere außerhalb üblicher Bürozeiten. Das Angebot richtet sich vorrangig an Fälle, die keiner stationären Aufnahme bedürfen, aber dennoch fachärztlich versorgt werden müssen.
